Sekundarstufe II

In der  Sekundarstufe II gehört das Fach Deutsch zu den Pflichtauflagen und muss von jedem Schüler in jedem Semester belegt werden. Daher gibt es mindestens zwei Kurse auf erhöhtem Niveau und drei auf normalem, die alle mit vier Stunden pro Woche unterrichtet werden, wobei verbindliche Inhalte für jeden Jahrgang neu vom Kultusministerium vorgegeben sind (vgl. Öffnet externen Link in neuem FensterLink zum Kultusministerium).

Auch wenn die Lektüren und Schwerpunkte wechseln, so wird doch versucht, eine grundlegende Orientierung in der deutschsprachigen Literatur zu ermöglichen, indem die wichtigsten Epochen wie Mittelalter, Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik, Romantik, Realismus, Expressionismus, Nachkriegszeit und Gegenwart durch exemplarisch ausgewählte Texte Thema sind. Dabei geht es vor allem darum, den Schülern nahe zu bringen, dass Texte Zeugen der Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen des Menschseins und seiner Bedingungen sind, für deren Verständnis daher  das Wissen um die Entstehungszeit mit ihren politischen, sozialen, kulturellen Bedingungen und um die persönliche Geschichte des Autors hilfreich sind.

Aber nicht nur der Zusammenhang zwischen der Literatur und der gesellschaftlichen Entwicklung soll reflektiert werden, sondern auch der zwischen Inhalt und Form, von Fiktion und Wirklichkeit, von Sprache und Denken. So tritt neben die Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung der Literatur in ihren drei Gattungen (Drama, Epik, Lyrik) auch die der Sprachentwicklung, wobei ein Schwerpunkt auf den neuzeitlichen Phänomenen des Einflusses der englischen Sprache oder der neuen Medien auf die deutsche Sprache liegt.

Methodisch wird Wert darauf gelegt, dass die Schüler sich das Fachvokabular aneignen, um grammatische und stilistische Eigenheiten zu erkennen und zu benennen, dass sie grundlegende Fakten zu Autoren und ihren Werken lernen, aber vor allem, dass sie mit diesem Werkzeug fiktionale Texte und Sachtexte selbstständig logisch  analysieren oder auch kreativ erschließen,  interpretieren und kritisch hinterfragen können.

Das Einüben, einen Text und seine Aussage, also die Position eines anderen,  ernst zu nehmen und zu versuchen, alles  möglichst objektiv zu erfassen, sowie die Auseinandersetzung mit verschiedenen Sichtweisen und Interpretationsmöglichkeiten bietet den Schülern Anregungen, auch eigene Positionen zu hinterfragen, neue Gesichtspunkte einzubeziehen, zu erkennen, dass manche Widersprüche nicht auflösbar sind,  und Verständnis dafür zu entwickeln, dass es nicht nur eine „richtige“ Sichtweise geben muss.