Aufbruch zum Kärlingerhaus

Nachdem wir die Strapazen der erschwerten Anreise gemeistert hatten, traten wir unsere dreitägige Wanderung am Sonntagmorgen an. Mit vollen Rucksäcken und guter Laune fuhren wir zum Bootsanleger am Königsee. Dort nahmen wir das erste Boot in Richtung St. Bartholomä. Die über dem See liegende Kälte konnte unsere Stimmung nicht trüben und die musikalische Trompeteneinlage an der Echowand sorgte für allgemeine Heiterkeit. Zwanzig Minuten später stand unserem Aufstieg zum Kärlingerhaus nichts mehr im Weg… dachten wir zumindest.

Die Schuhe nochmal geschnürt und die Rucksäcke geschultert, ging es dann bei strahlendem Sonnenschein los. Die ersten hundert Höhenmeter nahmen wir mit Leichtigkeit. Nach einer kleinen Pause ging es dann auch schon wieder weiter. Wir lagen gut in der Zeit und das Wetter war toll. Doch diese Euphorie schlug schlagartig um, als unser Lehrer Herr Albers in einem Moment der Unaufmerksamkeit nicht auf den Weg achtete. Eine nasse und rutschige Holzbrücke brachte ihn zu Fall, sodass er vorerst einmal wieder absteigen musste. Besorgt und mit einem leicht flauen Gefühl im Magen machten wir uns weiter auf den Weg, denn unser Ziel sollte weiterhin das Kärlingerhaus bleiben. Unserer weiblichen Betreuung Frau Büthe war die Sorge zwar anzumerken, jedoch ließ sie sich dadurch nicht beirren, uns sicher und zielstrebig an unser Ziel zu führen.

So kamen wir schon bald zur berüchtigten Saugasse, die uns zuerst etwas ehrfürchtig werden ließ. Dennoch nahmen wir die Herausforderung an und begannen den Aufstieg. Die positive Nachricht aus dem Krankenhaus, dass unser Lehrer wohl auf ist, gab uns schlussendlich die letzte Motivation diese Passage zu meistern. Wie nah wir unserem Ziel zu diesem Zeitpunkt bereits waren, konnten wir noch nicht ahnen. Stattdessen genossen wir das atemberaubende Wetter, während wir auf den Rest unserer Gruppe warteten. Wieder vollzählig und ausgeruht ging es an die letzten Höhenmeter.

Unser Ziel, das Kärlingerhaus, konnten wir am Nachmittag bereits erreichen. Dort bezogen wir direkt unser Nachtquartier und saßen noch einige schöne Stunden bei einem gemütlichen Feuer zusammen. Bei Einbruch der Dunkelheit, viel früher als erwartet, traf dann unser Lehrer am Kärlingerhaus ein. Trotz genähter Wunde am Kopf war dieser wieder wohlauf und hatte die verlorene Zeit zu uns eingeholt. Mit eintretender Dunkelheit machte sich bei uns auch die Müdigkeit bemerkbar. Schon kurz darauf gingen wir ins Bett und schliefen tief und fest bis zum nächsten Morgen, von Platzmangel in den Schlafräumen war nichts zu merken.